Der Preis der Liebe
Die Musik war laut, fast ohrenbet�ubend. Aber sie genoss die Musik, die Freiheit, die Gesellschaft der Freundinnen. Ihre Schwester erlaubte ihr diese Nacht in Bronze zu verbringen. Es gab noch zwei Stunden, bevor sie nach Hause gehen sollte.
Das junge M�dchen schloss ihre Augen und bewegte sich nach dem Rhythmus der Musik. Sie hob ihre H�nde hoch und bewegte ihre H�fte manchmal schnell und manchmal langsam. Es hing von der Musik ab. Einige Minuten sp�ter existierte nur die Musik. Die laute, aber befreiende Musik.
Dann pl�tzlich f�hlte sie noch etwas. Einen Blick. Jemand beobachtete sie. Jemand hinter ihr folgte mit den Augen ihren Bewegungen. Sie drehte sich langsam um und versuchte sich ganz normal zu bewegen, zu benehmen. Und ja. Sie hatte Recht. In einer dunklen Ecke sa� jemand, der so merkw�rdig aussah. Sie wusste, dass sie so schnell wie m�glich verschwinden sollte. Aber sie konnte es nicht tun. Sie war zu neugierig.
Sie n�herte sich langsam dem Fremden und erblickte einen jungen Burschen, welcher in einem alten Halloween-Kost�m in der Ecke sa�. Sie musste laut auflachen. Ein Junge in einem Vampir-Kost�m in einer Stadt, wo �lebendige“ Vampire existierten. Das war so komisch.
�Hi“, sie trat n�her. �Wo hast du dieses uralte Kost�m her? Echt cool.“
�Gef�llt es dir wirklich?“ Er sah mit best�rzten Blicken das braunhaarige M�dchen an. �Bisher habe ich niemanden gefunden, dem mein Kost�m gefallen h�tte.“
�Ist das hier die Party, zu der du wolltest?“ Sie nahm neben ihm Platz.
�Ich glaube nicht. Aber ich finde das Haus nicht, in dem die Halloween-Party stattfinden sollte. Dann h�rte ich Musik und kam rein.“
�Heute? Wolltest du wirklich heute an einer Halloween–Party teilnehmen? Hast du den Tag nicht verfehlt?“
�Nein. Ich glaube nicht. Aber warum fragst du?“
�Vorgestern war Halloween. Vorgestern gab es wirklich viele Partys, wo Leute in solchen Kost�men herumgelaufen sind.“
�Was?“ er sah Dawn erst stutzig, verst�ndnislos, dann verzweifelt an. �Nein“, er sch�ttelte heftig seinen Kopf. �Nein, bestimmt nicht. Ich bin mir sicher, dass die Patry heute stattfindet. Ich bin mir sicher. Ich bin mir sicher. Ich bin mir sicher …“, wiederholte er st�ndig seinen letzten Satz. Manchmal leise, manchmal lauter.
�Ich hei�e Dawn Summers“, fiel das M�dchen ihm schnell ins Wort.
���� … ich … ich bin Stephen Brown. Es freut mich. Aber sag mal, hast du keine Angst vor mir?“
�Vor dir“, lachte sie wieder auf. �Vor einem so nettem Vampir? Nie im Leben.“
�K�nntest du dann bitte, ein bisschen hier bleiben? Neben mir?“
�Hey, was ist passiert?“ Dawn entdeckte etwas Merkw�rdiges in Stephens Augen. Angst, Furcht, Unsicherheit. Seine Augen flitzten hin und her, er musterte die T�nzer, als ob er jemanden suchen w�rde, als ob er vor jemandem Angst haben w�rde. �Stephen“ sprach sie ihn wieder an. �Stephen, h�rst du mich?“ Sie ber�hrte vorsichtig seine Schulter und im n�chsten Moment sprang sie auf, als der Bursche neben ihr aufschrie.
�Entschuldige, entschuldige“, fl�sterte er. �Ich wollte dir keine Angst machen.“
�Kein Problem“, Dawn setzte sich zur�ck. �Nur bitte, mach das nie wieder.“
Er konnte nur nicken. Dann sah er sich wieder um, bevor er sich n�her zu Dawn beugte. �Wei�t du, ich habe einige Stunden vorher etwas gesehen. Etwas Furchtbares.“
�Was meinst du?“, fragte Dawn leise und sie f�hlte, dass ihr Herz schneller pochte. Sie war neugierig.
�Ich glaube, ich habe ein Monster gesehen. Ein Monster, mit so merkw�rdigem, seltsamen Gesicht. Es hatte gelbe Augen und spitze Z�hne. Und sein Mund war rot von Blut. Ich habe so etwas noch nie gesehen. Und ich f�rchte, dass dieses Monster mir hierher gefolgt ist.“ Die Stimme des Jungen bebte, seine H�nde zitterten.
�Du hast bestimmt einen anderen Jungen in einem Halloween - Kost�m gesehen“, versuchte Dawn ihn zu beruhigen, obwohl sie ganz genau wusste, dass der Junge einen echten Vampir getroffen hatte.
�Du glaubst mir nicht“, sprang der Junge auf. �Warum will mir keiner glauben? Ich wei�, was ich gesehen habe. Ich wei� es! Ich wei� es!“ Im n�chsten Moment rannte er raus. Dawn versuchte ihm zu folgen, aber er war schneller und verschwand in der Dunkelheit. Sie ging langsam zur�ck, aber dann verlie� sie doch lieber den Club. Sie hatte keine Lust mehr zu tanzen. Sie f�hlte sich gar nicht mehr so froh und so wohl. Sie wollte einfach nach Hause gehen, um alles gr�ndlich �berlegen zu k�nnen.
*****
Am n�chsten Tag war Dawn schon ziemlich fr�h im Bronze. Sie sorgte sich um den Jungen. Vielleicht war er ja heute da. Wenn er doch nur auch heute hierher kommen w�rde. Wenn sie ihn wieder sehen k�nnte. Wenn … Wenn … Es gab so viele �wenn“. Aber sie wollte es zumindest versuchen. Kein Gl�ck. Er war nicht da. Nach stundenlanger Warterei stand das braunhaarige M�dchen langsam auf und n�herte sich der T�r.
�Hast du mich vielleicht gesucht?“
Dawn drehte sich blitzschnell um und erblickte einen netten, gut aussehenden Jungen vor ihr. Die Stimme kam ihr bekannt vor, aber das Gesicht nicht. �Kennen wir uns?“, fragte sie vorsichtig.
�Hey, gestern Abend, als ich das alberne Kost�m getragen habe, hattest du keine Angst vor mir. Und jetzt, wenn ich ganz normal aussehe, f�rchtest du dich?“
�Stephen?“ Dawn wollte ihren Augen nicht trauen. Gestern hatte sie einen �ngstlichen Jungen in einem unm�glichen, albernen Kost�m kennen gelernt. Und jetzt? Sie sah einen Jungen mit kurzen, blonden Haaren, mit grauen, wundersch�nen Augen, die immer l�chelten. Und er sah mit seinem ziemlich blassen Gesicht, mit den kleinen Gr�bchen an seinem Kinn so s�� aus. Tr�umte sie, oder stand vor ihr wirklich der Mann, auf den sie immer gewartet hatte? Konnte das wirklich wahr sein?
�Dawn? Ist alles in Ordnung? Du siehst so merkw�rdig aus.“
�Nein“, sie hob ihre H�nde beruhigend. �Es geht mir gut. Ich muss mich nur hinsetzen. Ich f�hle mich, als ob ich … als ob mein Herz …“ Ihr Gesicht wurde krebsrot. �Wor�ber spreche ich? Warum kann ich ihm nichts Vern�nftiges sagen?’
�Da ist noch Platz“, Stephen zeigte auf einen Tisch.
�Wie bitte?“
�Da. Wir k�nnen uns da hinsetzen. Oder f�hlst du dich schon besser?“
�Was? Nein. Nein. Doch. ���... Setzen wir uns lieber.“
Die n�chsten zwei Stunden vergingen schnell. Mit Unterhaltungen, mit Lachen, mit Anekdoten. W�hrend den Stunden konnte Dawn sich kaum vorstellen, dass sie mit dem gleichem Jungen sprach, der gestern noch so �ngstlich war. Jetzt war er selbstsicher, ruhig, froh. Am liebsten wollte sie noch weiter mit ihm plaudern, aber sie sollte nach Hause gehen. Wenn sie ihr Zimmer jemals im Leben wieder verlassen wollte, dann musste sie jetzt los und noch vor ihrer Schwester die Haust�r erreichen.
�Werden wir uns wieder treffen?“ Sie hatte Angst, dass sie den Jungen nie wiedersehen w�rde.
�Warum nicht? Ich hatte schon lange keinen so guten Abend mehr wie heute. Ich w�re froh, wenn ich deine gl�nzenden Augen wiedersehen k�nnte, wenn ich deine klingende Stimme wieder h�ren k�nnte.“
Dawn err�tete erneut. Als Antwort nickte sie und verlie� schnell das Bronze, bevor der Junge hinter ihr es sich noch einmal �berlegen konnte.
Am n�chsten Tag nach Einbruch der Dunkelheit stand sie wieder vor der T�r des Bronze. Mit zitternden H�nden �ffnete Dawn die T�r und trat ein. Auf ihren Lippen erschien ein breites L�cheln, als sie ihn am Tisch in der Ecke erblickte. Von diesem Moment an h�rte sie die laute Musik im Club nicht mehr, f�r sie existierte kein Mensch mehr, nur er. Nur er mit seinen wundersch�nen, grauen Augen, die sie total verhexten. Sie nahm neben ihm Platz, gab ihm ein leichtes K�sschen, legte ihre Hand in seine flache Hand, die sich langsam schloss.
�Hi, sch�n dich wieder zu sehen, meine Sch�nheit.“
*****
�Nein! Nein! Und nochmal nein!“ Buffy stand mit in die H�ften gestemmten Armen in der Haust�r. �Ich werde dich nie im Leben reinlassen. Ich habe diesen Fehler schon einmal begangen. Noch einmal bestimmt nicht.“
�J�gerin!“ Spike schrie ihr verzweifelt nach, als sie die T�r vor seiner Nase schlie�en wollte. �Lass mich rein! J�gerin! Das ist nicht fair.“
�Nicht fair“, drehte sie sich so schnell um, dass Spike nach hinten treten musste. �Nicht fair? Was ist nicht fair, Spike?“
�Ich darf nicht rein, weil ich ein Vampir bin. Aber warum l�sst du andere Vampire in dein Haus?“
�Was?“ lachte sie sp�ttisch auf. �Du bist l�cherlich. Wei�t du! Vampire in meinem Haus? Das war ein sehr – sehr schwacher Versuch, Spike.“
�Warte, Buffy. Wei�t du es wirklich nicht? Hast du ihn nicht erkannt?“
�H�r sofort damit auf, Spike. Ich werde dich nicht reinlassen. Geh weg!“, schrie Buffy und im n�chsten Moment wurde die T�r zugeschlagen.
�Es geht um Dawn“, sagte Spike erst leise, aber dann br�llte er aus vollem Halse. �ES. GEHT. UM. DAWN!“
�Du bist ein Schwein, Spike“, Buffy rannte raus und griff nach dem Mantel des Vampirs. �Lass meine Schwester aus deinem hinterh�ltigem Spiel!“ Ihre Augen funkelten und ihre Stimme zitterte vor unkontrollierter Wut. �Verschwinde von hier, sonst werde ich dich pf�hlen“, sie stie� ihn weg.
�Nein, Buffy, warte. Ich sage die Wahrheit. Er ist ein Vampir. Ich bin sicher.“
�Spike, ich warne dich. Wenn du …“ Sie konnte ihren Satz nicht beenden. Der Blick in Spikes Augen sagte ihr, dass er die Wahrheit gesprochen hatte. Konnte es wirklich wahr sein, dass ihre Schwester sich in einen Vampir verliebt hatte? Warum konnte sie, die J�gerin, die bekannten Zeichen nicht erkennen? Die blasse Hautfarbe, die k�hle K�rpertemperatur, die Liebe zur Dunkelheit, der durchdringender Blick. Ihre J�gerinnensinne warnten sie immer, wenn ein Vampir in ihrer N�he war. Ein unverwechselbares Kribbeln in ihrem Genick warnte sie. Immer. Sie versuchte sich verzweifelt zu erinnern. Hatte sie in der Gesellschaft des Jungen auch so etwas gef�hlt? Sie wusste es nicht. Sie wusste eigentlich fast gar nichts �ber den Jungen. Sie wusste nicht einmal seinen Namen. Sie wusste nur, dass sie immer zu besch�ftigt war. Sie hatte kaum zugeh�rt, als Dawn �ber ihren neuen Freund in Superlativen geschw�rmt hatte. Und jetzt f�hlte sie sich elend. Wenn ihre Schwester bereits Vampirfutter w�re, dann h�tte sie das auf dem Gewissen. �Warum … warum t�tete er Dawn nicht?“, fragte sie in einem kaum h�rbaren Ton.
�Ich wei� es nicht, Pet. Ich wei� es wirklich nicht. Erst dachte ich, dass ich mich geirrt habe, als du ihn so einfach reingelassen hast. Eine J�gerin w�rde einen Vampir nie im Leben reinlassen. Na ja, ein- oder zweimal ja, aber... Aber das ist unwichtig“, sagte er schnell, als er Buffys zornige Augen erblickte. �Aber gestern sah ich ihn, als er sein Opfer mit Lust t�tete. Er ist ein Vampir, Buffy. Und Dawn liebt ihn, sie trifft ihn seit … seit drei Wochen.“
�Willow!“, Buffy rannte ins Haus. �Willow!“
�Ich komme schon“, h�rte die J�gerin die Stimme ihrer Freundin. �Was ist passiert?“
�Du musst mir helfen. Sofort. Es geht um Dawn. Sie ist in Gefahr. Hol deinen Laptop! Wir m�ssen etwas herausfinden.“
�Wonach soll ich suchen, Buffy?“, fragte die rothaarige Hexe, als sie ihren Laptop auf den Tisch legte.
�Sein Name ist Stephen … Stephen … Ich erinnere mich nicht.“
�Stephen Brown“, sagte Spike, der immer noch vor der Barriere stand, die ihm den Eintritt verwehrte.
Buffy schloss ihre Augen, holte tief Luft. �Komm rein, Spike.“
�Sein Name ist Stephen Brown“, wiederholte Spike, als er zu den Frauen trat.
Willow tippte den Name ein, wartete, dann fing sie an, laut vorzulesen.
�Stephen Brown (18) verschwand am 10.05. Er wollte an einer Halloween-Party teilnehmen, aber er kam nie an. Als er verschwand trug er ein Vampir–Kost�m: schwarze Hose, schwarzes Hemd und einen schwarzen Mantel. Sein Gesicht war maskiert. Es war wei� geschminkt und er trug ein Vampir–Gebiss. Bitte, rufen Sie diese Telefonnummer an, wenn Sie ihn sehen.“
�Es gibt auch ein Bild von ihm“, Buffy zeigte auf den Bildschirm.
�Ich habe ihn gesehen. Aber jetzt hat er ein echtes Vampir–Gebiss. Was? Habe ich etwas Falsches gesagt?“, emp�rte sich der blonde Vampir, als Buffy ihn nicht gerade sanft zur Seite schob.
�Halt die Klappe“, die J�gerin hob warnend ihren Finger. �Komm und hilf mir.“
�Wenn du meine Hilfe brauchst, dann sei ein bisschen netter zu mir. Ich habe Gef�hle. Ich habe ein sehr gro�es Herz, das du gebrochen hast... Erst solltest du es …“ Seine Augen weiteten sich, als sich die Spitze eines Pflockes in sein Fleisch bohrte.
�Dein Herz werde ich sehr schnell zerst�uben, wenn du noch ein Wort sagst. Hilfst du mir oder nicht? Du brauchst nur nicken.“
�Buffy.“
Die J�gerin lie� den Vampir sofort los, als sie die erschrockene Stimme der rothaarigen Hexe h�rte. �Was hast du gefunden?“
�Einen anderen Artikel. �ber einen anderen Stephen Brown. �ber den Vater des Jungen. Warte, ich lese ihn vor.
�Eine furchtbare Familientrag�die ersch�tterte unsere kleine Stadt. Seit zwei Tage versucht die Polizei den verschwundenen Jungen – Stephen Brown – zu finden. Gestern Abend wurde die Leiche des Vaters, Stephen Brown (52) gefunden. Laut Polizeibericht hat er sich selbst get�tet. Mit gro�er Wahrscheinlichkeit hat er seine ganze Familie umgebracht. Zuerst wohl seinen Sohn, dessen Leiche noch immer nicht gefunden wurde.“
�Oh, mein Gott“, fl�sterte Buffy, �er hat seine Familie schon get�tet. Es ist nur die Frage der Zeit, bis er Dawn auch t�ten wird. Wir m�ssen sie warnen. Wir m�ssen sie suchen.“
�Warte!“, rief Willow ihrer Freundin nach. �Sie wollte in die Bibliothek gehen. Wenn alles in Ordnung ist, dann wird sie bald hier sein. Sie m�chte unbedingt nach Hause kommen, bevor sie ihn im Bronze trifft.“
�Bist du sicher, Willow? Wenn ihr etwas passiert … ich … ich“
�Hi, Leute!“ begr��te Dawn fr�hlich ihre Freunde. �Was ist passiert? Ihr seht aus, als ob jemand gestorben w�re. Ihr solltet fr�hlich sein. Das Leben ist so sch�n.“ Sie lachte laut auf und verschwand in der K�che.
�Dawn. Wir m�ssen reden.“ Buffy ging langsam ihrer Schwester hinterher. Sie versuchte die passenden Worte zu finden. Sie wusste, wenn sie ihrer Schwester die Situation nicht gut erkl�rte, k�nnte sie Dawn endg�ltig verlieren. �Dawn. K�nntest du bitte zuh�ren?“
�Ja, nat�rlich“, sie biss in ihr Br�tchen. �Aber ist es wirklich so wichtig?“, fragte sie mit vollem Mund. �Weil ich nicht viel Zeit habe. Stephen wartet schon auf mich.“
�Es geht um Stephen.“
�Was?“, Dawn blickte mit besorgtem Gesicht ihre Schwester an. �Was ist passiert? Ist er verletzt?“
�Dawn … Er ist …“
�Oh, mein Gott. Ist er schwer verletzt?“
�Nein, Dawn. Bitte …“
�Oh, nein!“, schrie das junge M�dchen auf. �Ist er tot? Oh, mein Gott. Er ist gestorben. Aber … aber wie …“, die Stimme brach ihr.
�Wenn wir es so sehen, dann … dann ist er wirklich tot.“
Sie sch�ttelte verzweifelt ihren Kopf. �Nein. Wie? Warum?“
�Ein Vampir …“, Buffy suchte die richtigen Worte, �ein Vampir hat ihn get�tet. In der Nacht, als er … als er an einer Party teilnehmen wollte. Vor drei Wochen...“
�Vor drei Wochen … ? Das verstehe ich nicht“, Dawn blickte erst ihre Schwester, dann Spike an. �Das ist nur ein Witz? Oder?“
�Nein, Dawn. Es ist kein Witz. Es ist die Wahrheit. Am Abend, als du ihn zuerst getroffen hast, war er schon ein Vampir, ein Neuling. Deswegen war er so verschreckt. Er wusste nicht, was mit ihm passiert war. Er hatte Erinnerungen, die er nicht verstehen konnte. Und es gab niemanden, der ihm helfen konnte.“
�Nein. Nein. Nein“, wiederholte Dawn immer wieder. �Du l�gst. Es geht ihm gut. Du bist nur eifers�chtig, weil ich gl�cklich bin, weil ich einen netten Jungen gefunden habe.“
�Was? Dawn! Nein! Er ist ein Vampir. Ein M�rder, der seine eigene Familie get�tet hat. Und er wird dich auch t�ten. Er spielt nur mit dir.“
�Nein! Nein!“ Das verwirrte, junge M�dchen r�ckte mit tr�nenfeuchten Augen in Richtung der Eingangst�r. �Ihr l�gt. Ihr seid alle L�gner. Er ist kein Vampir. Er ist der romantischste, netteste und h�flichste Junge, den ich jemals gesehen habe. Und er lebt. Er lebt immer noch. Wenn er ein Vampir w�re, dann h�tte ich es schon bemerkt.“ W�hrend sie sprach, erreichte sie langsam die offen stehende T�r. �Ich werde es dir“, sie zeigte auf Buffy, �nicht gestatten, mein Leben zu ruinieren. Wenn es sein muss, dann gehe ich lieber weg. Ich verlasse diese bl�de Stadt f�r immer. Und ihr werdet mich nie wiedersehen. Nie wieder“, br�llte sie, dann drehte sie sich blitzschnell um, rannte raus und verschwand in der Dunkelheit.
�Dawn! Dawn! Daaaaawn!“, Buffy rannte ihr hinterher, aber sie konnte ihre Schwester nicht einholen, Dawn war schon weg. Die J�gerin fiel auf der Stra�e auf die Knie und vergrub ihren Kopf in den H�nden.
�J�gerin“, Spike ber�hrte sanft ihre Schulter. �Wir sollten ihr folgen, ihr helfen. Sie ist in Gefahr.“
�Was … was ist, wenn er sie wirklich liebt? Wenn ich mich geirrt habe? Wenn er sie wirklich nicht t�ten will.“
�Buffy“, Spike holte unn�tigerweise einmal tief Luft, �ein Vampir, der keine Seele hat, kann nicht lieben; er hat keine Gef�hle.“
�Du hast auch Gef�hle. Du kannst auch lieben. Aber weil du nur ein Vampir bist, will ich deine Gef�hle einfach nicht wahrhaben. Was ist, wenn ich alles Gute wirklich nur ruinieren kann? Wenn ich die wahre Liebe nicht erkennen kann? Wenn ich mich mit der Liebe eines Mannes nicht besch�ftigen will, weil er ein Vampir ist? Was ist, wenn ich alleine bleiben werde, weil ich die Person, die mich liebt, von mir sto�e? Meine Schwester verdient ein anderes Leben. Ein besseres Leben.“
�J�gerin?“ Spike war verbl�fft. Hatte er sich verh�rt? �J�gerin?“, fragte er erneut. �Hast du �ber uns gesprochen?
�Geh weg, Spike“, fl�sterte Buffy und ging langsam zur�ck.
�Und was ist mit Dawn? Sollten wir ihr nicht nachgehen, ihr helfen? Er wird sie t�ten.“
�Wenn er das drei Wochen lang nicht getan hat, dann wird er sie heute Abend auch nicht t�ten. Morgen. Morgen werde ich ihn suchen, mit ihm sprechen und wenn es sein muss, dann werde ich ihn t�ten.“
�Aber sie ist deine Schwester“, br�llte Spike. �Du solltest sie besch�tzen, ihr Leben retten. J�gerin!“
�Nicht heute“, Buffy schloss die T�r hinter sich.
*****
�Dawn!“
�Hi, Stephen“, begr��te sie den Jungen. �Wie geht es dir?“
�Gut danke. Ist etwas passiert?“, fragte er, als er von Dawns Gesicht eine einzelne, verirrte Tr�ne abwischte.
�Ich habe etwas sehr Schlimmes erfahren.“
�Was ist passiert, Kleines? Ich h�re dir zu und wenn ich kann, dann helfe ich dir. Ich mag es nicht, wenn ich dein sch�nes L�cheln nicht sehen kann.“ Er trat noch n�her an Dawn heran, um ihr Gesicht streicheln zu k�nnen.
Dawn griff nach seiner Hand und dr�ckte sie noch fester an ihr Gesicht. Sie wollte sich in Sicherheit f�hlen. Sie wollte die N�he ihres Freundes f�hlen. Sie war so allein. Aber wenn sie bei ihm war, dann verga� sie die Welt, die Probleme und f�hlte sich sofort im Himmel. Sie war sofort der gl�cklichste Mensch. Und sie wollte wieder diese Sicherheit, seine N�he f�hlen. Aber sie f�hlte etwas ganz Anderes. Es gab f�r sie keine Sicherheit mehr. Es gab genauso keinen Himmel mehr. Es gab nur die Wahrheit. Die schrecklichste Wahrheit, die sie je erleben musste. Die Hand, die ihr Gesicht streichelte war kalt. Die Haut dieser Hand war nasskalt. Sie legte ihren Kopf auf die Brust des Jungen und ihr stockte der Atem. Es gab keinen Herzschlag. Ihr Freund atmete nicht. Ihr Freund war ein Vampir.
�Dawn? Liebes, was ist passiert?“
�Seit wann?“, fragte sie leise.
�Ich verstehe dich nicht.“
�Wie viele Menschen hast du schon get�tet, Stephen? Seit wann bist du ein Vampir?“
�Am Tag“, sagte er nach langem Schweigen, �als wir uns zuerst im Bronze getroffen haben, wachte ich als Vampir auf. Aber ich wusste nicht, wer ich bin, was ich bin. Ich war nur ein toter, verwirrter Mensch, der seinen Platz in der Welt der Lebenden suchte. Und wie viele? Ich wei� es nicht. Ich habe meine Opfer nicht gez�hlt.“
�Und mich? Wann wolltest du mich t�ten?“
�Dawn“, er umfasste ihr Gesicht, um ihr in die Augen sehen zu k�nnen. �Ich liebe dich. Ich liebe das nette M�dchen, das vor mir steht. Also dachte ich, dass ich dir Zeit gebe, bevor ich … ich dich �berzeuge, meine Partnerin zu sein. Ich wollte dir erst Zeit geben, dich an den Gedanken zu gew�hnen, in der Dunkelheit zu leben. An meiner Seite. Als meine Prinzessin.“
�Und wenn ich nein sage? Wenn ich alt werden will? Wenn ich keinen Mensch t�ten will? Wenn ich nicht ewig leben will? Wenn ich nur im Licht leben will? Wenn ich …“
�Dawn“, er legte seinen Finger auf ihre Lippen. �Gib mir eine Chance, dir die Sch�nheit meiner Welt zu zeigen. Glaub mir, es wird dir gefallen. Die Kraft, die Macht, die ich habe, die ich aus meinen Opfern aussauge. Komm mit mir. Du solltest es zumindest ansehen, ausprobieren. Dawn! Nur einmal. Du sollst nur einmal ausprobieren, was das f�r ein Gef�hl ist, wenn du einen Mensch t�test, wenn dein Opfer in dir weiterlebt. Es wird dir gefallen. Ich bin mir sicher“, fl�sterte er und beugte sich zu Dawns Hals herunter. �Ich bin mir sicher. Nur ein Biss, ein einziger Biss und wir werden ewig leben.“ Seine Z�hne ber�hrten schon die Haut seiner zuk�nftigen Prinzessin. �Es tut nur einen Augenblick weh. Ich werde sehr sanft sein. Bist du bereit, Dawn?“
�Ja“, kam die kaum h�rbare Antwort. Sie hob ihre H�nde, umarmte ihn und zog ihn noch n�her zu sich. �Es tut nur einen Augenblick weh“, fl�sterte sie und stie� den Pflock in ihrer Hand in das tote Herz ihres Freundes. Einen Moment lang blickte sie in sein verwundertes Gesicht, dann verwandelte er sich in Staub, der ihr tr�nenfeuchtes Gesicht bedeckte.
�Ich liebe dich auch“, sie lie� ihre Hand und den Pflock fallen und ging langsam in Richtung ihres Hauses.
ENDE
squawks
05/18/17 04:16 am
pj! I remember wishing one of your stories would be finished seriously about a decade ago. Amazing. I just tried an old password I used to use and amazingly got in too. Memories!
pj
03/20/17 01:20 am
10 yrs later, i finally rem my username and password. Pari, you rock. Hope you are well.
Rabbit_moon1
12/23/16 01:12 pm
I donate every month. Please donate to keep this site up!
AudryDaluz1
10/06/16 08:34 am
Great post.
Chrissel
08/31/16 03:45 pm
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Chrissel
08/31/16 03:43 pm
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